Der Flüchtling in Dir

Datum
20.01.2016
Ort
Schrems

Workshop mit der Organisation NUBIGENA WOLKENKIND und LIVIA KLINGL

Das sensible, aber brennende Thema „FLÜCHTLINGE" prägte nicht nur das Jahr 2015, sondern wird weiterhin Politik und Gesellschaft dominieren.

Um Bewusstseinsbildung bzw. –veränderung bemüht sich der Verein NUBIGENA WOLKENKIND; die Veranstaltungen mit Flüchtlingen, die bereit sind, über ihr Schicksal zu sprechen, werden von namhaften Journalisten begleitet.

Am Mittwoch, 20. Jänner 2016, wurde der Workshop gemeinsam mit der SCHULGEMEINSCHAFT der LANDESBERUFSSCHULE SCHREMS veranstaltet.

Die Leiterin der Auslandsredaktion der Tageszeitung KURIER, Frau LIVIA KLINGL, berichtete und veranschaulichte in beeindruckenden Worten ihre Erfahrungen aus den Krisenländern des Nahen Ostens sowie die Zahlen der Flüchtlingsbewegungen und deren Hauptursachen bzw. den hauptsächlich davon betroffenen Ländern – die Kraft dieser Länder ist erschöpft, z. B. Libanon.

Frau und Herr SAGHY-ABOU-HARB ergänzten den Workshop mit Film, Rollenspiel und Moderation zu den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Besonders berührend und zutiefst beeindruckend für alle war die Lebensgeschichte von HARDI MOHAMMATI, gebürtig aus Afghanistan, nun ein junger Mann mit besten Deutschkenntnissen und fundierter Berufsausbildung, der als 13jähriges Kind von seiner Mutter einem Schlepper anvertraut wurde, um die Chance auf ÜBERLEBEN zu wahren. Der Schlepper kassierte eine Unsumme, setzte u. A. das Kind mit anderen Flüchtlingen an der türkischen Mittelmeerküste bei Nacht in ein Schlauchboot und überließ sie trotz stürmischer See ihrem Schicksal.

Nach insgesamt 5 Monaten erreichte das 13jährige Kind HARDI MOHAMMATI Österreich. Er gelangte nach einigen Stationen in das Integrationshaus Wien, erlernte binnen 2 Monaten die deutsche Sprache, schaffte den Pflichtschulabschluss und konnte eine Ausbildung zum Bibliothekar absolvieren. Das Schicksal seiner Mutter in Afghanistan ist für HARDI sehr belastend, da mittlerweile sein Bruder, der bei der Mutter bleiben sollte, den Tod fand.

Trotz intensiver Information und Auseinandersetzung mit dem Thema bleiben viele Fragen offen. Zu hoffen ist, dass sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene ein Weg des Konsens zur Bewältigung dieser riesigen Herausforderung gefunden wird.

Absolut unangebracht und verantwortungslos sind in diesem Zusammenhang extreme und radikale Wortwahl und Sprache.

Den verantwortungsbewussten Lehrerinnen und Lehrern der POLITISCHEN BILDUNG (Unterrichtsprinzip UND Pflichtgegenstand) gebührt großer Dank für die pädagogische Vorbereitung und Aufarbeitung dieses schwierigen Themas – dies betonte OSR Gertrude MAREK in den Dankesworten.

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