Gedenkstätte Gruppe 40

Datum
26.04.2013
Ort
Wien

Klassen- und fächerübergreifendes Projekt -
III. Lehrgang 2012/13


Zum Gedenken

75 Jahre nach der Besetzung Österreichs durch deutsche NS-Truppen
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Wir, die LANDESBERUFSSCHULE SCHREMS, führten auf Ersuchen des BMUKK und des LANDESSCHULRATES für NÖ das Unterrichtsprojekt

GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40

mit der 1. und 2. Schulstufe im Lehrberuf STEINMETZ aus.

Schüler aus 4 Bundesländern (Wien, OÖ, Burgenland und NÖ) arbeiteten fächer- und klassenübergreifend zum ehrenden und respektvollen Gedenken von Menschen, die ihr Leben für unsere Republik Österreich, für Demokratie und Menschenwürde gaben.

 

PROJEKTABLAUF


Nov. 2012
Ersuchen des BMUKK an den LANDESSCHULRAT für NÖ um die Möglichkeit der Sanierung, Reinigung und Instandsetzung der GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40 - eine Finanzierung der Projektkosten wird nicht in Aussicht gestellt.

III. Lehrgang 2012/13
In einer Besprechung mit den Klassenlehrkräften der 1. und 2. STEINMETZ-Klasse werden die Lehrstoffverteilungen aus aktuellem Anlass auf dieses klassen- und fächerübergreifende Unterrichtsprojekt abgestimmt, die in den Kompetenzen angeführten thematischen Schwerpunkte gesetzt und im Verlauf des Lehrganges in beiden Klassen umgesetzt.

21. Feber 2013
Projektbesprechung am Wiener Zentralfriedhof - anwesend sind VertreterInnen des BMUKK, des Innenministeriums, der Verwaltung des Zentralfriedhofes, der Berufsschule für Gartenbau und Floristik Wien und der LBS SCHREMS.

11. März 2013
Feierlicher Gedenkakt der österreichischen Bundesregierung – die LANDESBERUSSCHULE SCHREMS ist dazu eingeladen. Die STEINMETZ-Schüler Christian BOCKSRUCKER und Oliver RAUSCH tragen für Herrn Bundeskanzler FAYMANN und Frau Bundesministerin Mag. MIKL-LEITNER die Kränze zur Niederlegung und zum Gedenken.

10. und 15. April 2013
Mehrmals mussten die praktischen Projekttage wegen des langen und strengen Winters verschoben werden.
Endlich – in der vorletzten und letzten Lehrgangswoche lässt die Wettersituation Praktikum und Projektpraktikum auf dem Wiener Zentralfriedhof im Areal der GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40 zu. Die Schüler arbeiten unter Anleitung und mit Unterstützung von Herrn Fachlehrer Christian BINDER und Herrn Fachlehrer BOL Franz RABL sowie Herrn VB Karl LUKAS mit großem Eifer, Freude, unglaublicher Einsatzbereitschaft sowie viel Verständnis und Mitgefühl für diese Gedenkstätte – das Ergebnis ist - vor allem gemessen an der sehr vorsichtigen Planung – kaum zu glauben:

  11.000 Buchstaben eingefärbt
  144 Pultsteine gereinigt
  64 m2 Betonstein gereinigt
  30 Laternen repariert, fixiert, gereinigt
  20 Gedenksteine eingerichtet und fixiert
  11 große Liegeplatten saniert
  4 große Stelen gereinigt

 

 

 

 

 

Rund ein Drittel der gesamten GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40 konnte in einen würdevollen Zustand gebracht werden.

19. April 2013
Schüler der 2. Klasse STEINMETZ bereiteten mit Unterstützung der Fachlehrkräfte Dipl.-Päd. Christian BINDER und Dipl.-Päd. BOL Franz RABL eine Projektpräsentation in MS-ppt vor. Bei der Abschlussfeier dieses III. Lehrganges wird damit der Märztage 1938 und allen damit verbundenen Folgen gedacht, ebenso wie der Gründung der Zweiten Republik Österreich am 27. April 1945 und ganz besonders aller Opfer von Krieg und Verfolgung.

Es sind berührende Momente, in denen es im Festsaal des Schülerheimes der LBS SCHREMS vollkommen still ist, so gebannt ist die gesamte Schulgemeinschaft.

Im Besonderen gebührt folgenden Schülern der 2. Klasse STEINMETZ großes Lob für den außerordentlichen Einsatz bei der Erarbeitung und Darbietung der Präsentation: Christian BOCKSRUCKER, Julian GRUBER, Mag. (FH) Lukas OPPENAUER und Oliver RAUSCH.

26. April 2013
Frau Bundesministerin Dr. Claudia SCHMIED bedankt sich bei der Veranstaltung „Preisverleihung des Geschichts-Wettbewerbes" in der Wiener Hofburg beim Projektteam „GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40" und spricht den ausdrücklichen persönlichen Dank und die Anerkennung der österreichischen Bundesregierung aus.

Die gesamten Kosten wurden dank der hilfreichen Unterstützung von Herrn LSI Mag. TOTH vom LANDESSCHULRAT für NÖ (Bus, Mittagessen), AMT des GEWERBLICHEN BERUFSSCHULRATES (Material) und der STADTGEMEINDE SCHREMS (Lunchpakete) getragen – ohne diese Hilfe wäre das Projekt nicht durchführbar gewesen.

 

LERNZIELE - KOMPETENZEN


Fach- und Methodenkompetenz

Die Schüler

erarbeiten die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge als Hintergrund- und Basisinformation im Pflichtgegenstand POLITISCHE BILDUNG sowie im Freigegenstand RELIGION und erstellen daraus die geschichtlichen Grundlagen für eine Schlusspräsentation zu diesem Projekt

recherchieren Aussagen von Zeitzeugen in der eigenen Familie bzw im familiären Umfeld und halten diese als persönliche Notizen fest

informieren sich in den Pflichtgegenständen BERUFSBEZOGENES ENGLISCH und DEUTSCH und KOMMUNIKATION sowie BAUTECHNIK über die Anlage des interkonfessionellen Wiener Zentralfriedhofes und halten dies für sich selbst kurz zusammengefasst fest

vergleichen Bestattungsriten der großen Weltreligionen im Freigegenstand RELIGION und wissen mindestens 5 Gruppen des Wiener Zentralfriedhofes

bearbeiten im Pflichtgegenstand BAUTECHNIK zum Thema „Baustilkunde" exemplarisch die „Dr. Lueger-Gedächtniskirche" als Prachtbau des Wiener Jugendstils sowie die Ehrengräber und die Präsidentengruft – nach der Gedenkfeier am 11. März werden diese vor Ort gemeinsam besichtigt und fachtheoretisch nachbesprochen

dokumentieren das Projekt GEDENKSTÄTTE GRUPPE 40 und fertigen einerseits eine persönliche Zusammenfassung sowie andererseits eine repräsentative Präsentation an, die im Rahmen der Lehrgangs-Abschlussfeier am 19. April der Schulgemeinschaft und Ehrengästen vorgestellt wird


Personale und soziale Kompetenz

Die Schüler

erkennen, dass Diktatur, politischer und / oder religiöser Extremismus Menschen und Staaten in das Verderben führt und bemühen sich um die Bildung einer fundierten, eigenen Meinung auf Basis demokratischer Grundlagen, um Verständnis, Toleranz und Fairness im Zusammenleben

verstehen, dass Politik und Wirtschaft in Wechselwirkung stehen - Menschen sind in wirtschaftlich schlechten Zeiten besonders anfällig für Manipulation, Intoleranz und die Stigmatisierung von „Sündenböcken"

schätzen die Grundwerte der REPUBLIK ÖSTERREICH, die in der österreichischen Bundesverfassung verankert sind und die Basis des politischen und wirtschaftlichen Wohlergehens seit 1945 sind und verhalten sich als demokratische junge Bürger mit allen Rechten und Pflichten, u. a. mit der Teilnahme an Wahlen

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